02.03.2016

Blaue Bude an der Zechenmauer: Wiederaufbau des Kiosk beginnt im Sommer

Ein Stück Ruhrgebietskultur lebt wieder auf – als klassische Bude, Souvenir-Shop sowie Info-Stelle für Ausflügler und Radfahrer. Kinder und Jugendliche können dort Kunst kreieren. Etwa von September bis November 2016 wird gebaut.

Ursprünglich diente der historische Kiosk an der Hünxer Straße 422, direkt an der Zechenmauer gelegen, als Schaffnerhäuschen. Gegenüber der Einfahrt zur Steigerstraße machten Jahrzehnte lang die Bergleute auf dem Nachhauseweg dort Station. Von 2010 bis 2013 war der „KunstKIOSK422“ ein beliebter, überregional beachteter Ort für Kunstaktionen. Dann endete das von Künstlerin Britta L.QL betriebene Projekt und der Kiosk wurde abgerissen, um die dahinter liegende Zechenmauer neu zu verputzen. Nur die Originalfassade des etwa 90 Jahre alten Baus blieb erhalten.


Nun naht der Zeitpunkt, an dem das alte „Büdchen” wieder originalgetreu aufgebaut werden kann: Janet Rauch, Geschäftsführerin der Stiftung Ledigenheim, hat inzwischen bis auf 7.000 Euro genug Fördergelder erhalten, um den Wiederaufbau zu starten. „Voraussichtlich können wir im Spätsommer anfangen. Wir rechnen mit einer Bauzeit von zwei Monaten“, so Rauch. Der Kiosk als Landmarke symbolisiert die Verbindung zwischen der Gartenstadt Lohberg und dem neu gestalteten Zechengelände und stellt ein typisches Stück Ruhrgebiet dar.


Viele Mitwirkende ermöglichen das Wiederaufleben der Blauen Bude


Zukünftig soll der nach alten Plänen wieder aufgebaute Kiosk mehrere Funktionen vereinen: In der Bude gibt es Klümkes, Getränke und Souvenirs aus Dinslaken und dem Ruhrgebiet zu kaufen. Anknüpfend an den Kunstkiosk 422 werden Kinder und Jugendliche aus Lohberg ermuntert, hier ihre Kunst zu schaffen und zu präsentieren. Radfahrer und Ausflügler erhalten Karten- und Infomaterial. Im Außenbereich wird die 90-jährige Geschichte des Kiosk präsentiert. Für die Lohberger soll das Büdchen ein Identifikation stiftender Treffpunkt werden, für auswärtige Besucher ein Anziehungspunkt mit Tradition und Ruhrpott-Charme.


Bauherr und Träger ist der Bürgerverein Forum Lohberg e.V. Die Idee des Wiederaufbaus kam aus dem Unternehmensnetzwerk „Wirtschaft vor Ort“. Die Handwerkerfirmen erklärten sich bereit, mit Hand anzulegen und die Bude zu sanieren bzw. wieder aufzubauen. Auch mit diesem Projekt wollen das Forum und das Unternehmensnetzwerk – gemeinsam mit der Stadt - dazu beitragen, das Gemeinwesen des Stadtteils zu stärken und lokale Akteure in Projekte rund um den Kiosk einzubinden. Die Künstler aus dem Kreativ.Quartier können sich ebenso präsentieren wie Vereine, Schule, Kindergärten und die OT’s. Federführend wird sich die Schülerpersonalagentur des Deutschen Kinderschutzbundes engagieren. Auch das Jugendquartiersmanagement und die Gemeinwesenarbeit des DKSB werden eingebunden.


Lohberger Unternehmer spendieren eine Eigenleistung von 10.000 Euro


Die Baukosten belaufen sich auf knapp 56.000 Euro - alleine der Kanalbau kostet 10.000 Euro; er wird von der Stadt Dinslaken finanziert. Zimmermann, Tischler, Maler, Elektro- und Heizungsinstallateure sowie Dachdecker legen Hand an. Die Lohberger Unternehmer engagieren sich dankenswerterweise mit einer Eigenleistung in Höhe von 10.000 Euro, die Stiftung Ledigenheim steuert 5.000 Euro bei, die RAG Stiftung 10.000 Euro, die Bürgerstiftung der Sparkasse Dinslaken-Voerde-Hünxe fördert den Wiederaufbau mit 10.000 Euro und der Verfügungsfond Lohberg mit 3.000 Euro. Ein Einzelunternehmer spendet 500 Euro.


Die gute alte Bude, da ist sie wieder – viele tatkräftige Unterstützer machen es gemeinsam möglich. Bleibt zu hoffen, dass nach dem Motto „außen klein, aber innen ganz groß“, das schon Britta L.QL im Rahmen der Kulturhauptstadt nimmermüde in die Tat umsetzte, wieder richtig Leben in die Bude und drum herum kommt.


Gudrun Heyder, Quelle: Forum Lohberg

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